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Ökonomisierung der Bildung: "Junge Menschen werden wie Maschinen behandelt"

Ökonomische Bildung
Veröffentlicht von in Bildung · 14 März 2016
Tags: Bildung
Der Pädagoge Jochen Krautz warnt davor, dass Schulen zu "Fabriken von Humankapital" werden.

"Junge Menschen werden wie Maschinen betrachtet, die ein Investitionsgut sind und deren Bildung Kapital abwerfen soll. Schulen sind dann Fabriken zur Herstellung solchen Humankapitals und Lehrer haben dies nach festgesetzten Standards zu produzieren. Das ist antihumanistisch und undemokratisch."

"Warum wird die Ökonomisierung der Bildung in der Öffentlichkeit dann so vehement gefordert?

Man könnte meinen, das sei das Interesse „der Wirtschaft“. Denn tatsächlich haben die großen Wirtschaftsverbände die jetzige Entwicklung massiv propagiert und mit Lobbyarbeit unterstützt. Warum? In den entsprechenden Abteilungen der Wirtschaftsverbände sitzen eben Bildungsökonomen. Und die haben nicht nur keine Ahnung von Pädagogik, sondern denken in den unzulänglichen Kategorien neoliberaler Wirtschaftstheorie, die längst zum alleinigen Paradigma der Wirtschaftswissenschaft geworden ist.

In der Finanzkrise gab es einen kurzen Moment, in dem öffentlich wurde, dass diese neoliberale Monokultur des Denkens uns in das Desaster geführt hat. Es ist bei der Bildung nicht anders: Genau die ökonomistische Kurzsichtigkeit ist wesentlich mit Schuld am Bildungsdesaster. Kurz gesagt: Die Ökonomisierung von Bildung führt genau zu dem Bildungsverlust, den man nun selbst beklagt."

Jochen Krautz ist Gymnasiallehrer und Professor für Kunstpädagogik an der Universität Wuppertal. Krautz ist Autor des Buches "Ware Bildung. Schule und Universität unter dem Diktat der Ökonomie" und ein scharfer Kritiker der aktuellen Bildungspolitik.




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