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Ökonomische Bildung
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Hartmut Riggers fordert Strategie für ökonomische Bildung

Ökonomische Bildung
Veröffentlicht von Klaus Jürgen Bönkost in Schulfach Wirtschaft · 15 Dezember 2019
Der ehemalige Bremer Gymnasiallehrer Hertmut Riggers fordert fordert im KURIER am SONNTAG (Bremer Zeitung vom 15.12.2019, S. 2.): "Eine Strategie für ökonomische Bildung muss her"

Es ist kaum vier Jahre her. Eine 17jährige Schülerin aus Köln twitterte damals:

„Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann ,ne Gedichtanalyse schreiben. In vier Sprachen."

Welche Hilfe leistet die Schule, wenn sich Fragen auftun hinsichtlich eines gesicherten Arbeitsplatzes, eines befriedigenden Einkommens, einer unsicheren Altersabsicherung? Gehören solche Fragen nicht verbindlich in den Lehrplan?

Die Chance auf diesbezügliche Kenntnisvermittlung in der Schule ist dem Zufall überlassen oder besser gesagt dem Föderalismus unseres Bildungssystems. Bei genauem Hinsehen zeigt sich ein Flickenteppich, auf dem die Länder entscheiden können, welchen Stellenwert ökonomische Bildung einnehmen soll.

Seit Jahren setzen sich Verbände für die verpflichtende Verankerung ökonomischer Sachverhalte in die Bildungspläne ein, so in Niedersachsen und Bremen der Verband Voebas (Verband zur Förderung ökonomischer Bildung an allgemeinbildenden Schulen). Doch eine bundesweite Initiative fehlte bisher. Das hat sich nun geändert. In Berlin hat sich Ende November ein Bündnis ökonomische Bildung Deutschland" konstituiert, dem mehr als 50 Akteure aus den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft angehören. Durch diese Bündelung vielfältiger Gruppierungen erhofft sich die Initiative, mehr Gehör für die Verankerung ökonomischer Sachverhalte in den Bildungskanon deutscher Schulen zu finden.

Vier wesentliche Forderungen stehen auf der Agenda des Bündnisses: Ökonomische Bildung muss für alle Schülerinnen und Schüler in Deutschland in hinreichendem Umfang und verpflichtend im Schulunterricht verankert sein. Wirtschaftslehrkräfte müssen fachwissenschaftlich und wirtschaftsdidaktisch qualifiziert sein. Schülerinnen und Schüler sollen Bezüge zur Arbeitswelt erleben können. Deutschland braucht eine nationale Strategie für ökonomische Bildung.

Warten wir ab, was die nächsten Jahre bringen. Werden wieder vermehrt Studiengänge für ökonomische Bildung in den Universitäten implementiert, werden der ökonomischen Bildung Stundendeputate zuge wiesen oder wollen wir unsere Schülerinnen und Schüler im Tal der Ahnungslosen verkümmern lassen?

Es wäre doch wünschenswert, wenn ein künftiger Tweet lauten würde: „Ich bin fast 18 und habe Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Und ich kann auch ,ne Gedichtanalyse schreiben. In vier Sprachen."

Hartmut Riggers ist Gymnasiallehrer für das Fach Wirtschaftslehre und stellvertretender Vorsitzender des Verbandes Voebas, der sich für ökonomische Bildung als Bestandteil der Allgemeinbildung einsetzt.




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